MUKIS: Münchner Untersuchung zu Kopfschmerzen bei Gymnasiasten - Interventionsstudie

Studientitel:
MUKIS: Münchner Untersuchung zu Kopfschmerzen bei Gymnasiasten - Interventionsstudie

Hintergrundinformationen:
Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen in der Bevölkerung überhaupt. Auch Kinder und Jugendliche sind oft betroffen. Kopfschmerzen beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen und können unbehandelt zur Entwicklung chronischer Kopfschmerzen und psychischer Erkrankungen führen. Deswegen sollte dieses Problem so früh wie möglich angegangen werden.

In einer Kopfschmerzstudie – durchgeführt an Münchner Gymnasien im Schuljahr 2008/09 (MUK-Studie) – berichteten über 80 % der befragten Jugendlichen, dass sie mindestens ein Mal pro Monat an Kopfschmerzen litten. Ebenfalls im Rahmen dieser Studie wurden bestimmte Risikofaktoren für Kopfschmerzen identifiziert, die den Gymnasiasten jedoch nicht bewusst waren/sind. Zu den identifizierten Risikofaktoren gehören u. a. hoher Alkohol- und Koffeinkonsum, tägliches Rauchen sowie Bewegungsmangel. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wurde von den folgenden drei Münchner Institutionen an der Ludwig-Maximilians-Universität ein Präventionsmodul speziell für Jugendliche entwickelt:

  • Institut für Soziale Pädiatrie und Jugendmedizin, Abteilung für Epidemiologie im Kindes- und Jugendalter (Prof. von Kries)
  • Kinderklinik und Poliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital, Abteilung für Pädiatrische Neurologie, Entwicklungsneurologie und Sozialpädiatrie (Prof. Heinen)
  • Neurologische Klinik und Poliklinik am Klinikum Großhadern, Oberbayerisches Kopfschmerzzentrum (Prof. Straube).

Präventionsmodul MUKIS:
Hierbei handelt es sich um eine 60minütige Beratung und Informationsveranstaltung zu Kopfschmerzrisiken und deren Vermeidung inklusive praktischer Übungen. Die Kopfschmerzberatung wird an den teilnehmenden Gymnasien im Klassenverband durchgeführt. Zu den Bestandteilen dieser Maßnahme zählen neben der Beratung zu den Risikofaktoren u. a. die Vermittlung von Stressbewältigungsstrategien und Techniken zur Muskelentspannung.

Zielgruppe:
Das entwickelte Programm zielt auf Jugendliche der 8. bis 10. Jahrgangsstufen ab. Es wird an städtischen und staatlichen öffentlichen Gymnasien der Stadt München erprobt, deren Direktor sein Einverständnis zur Durchführung der Studie an seiner Schule erteilt hat. An der Studie können nur Schüler dieser Gymnasien teilnehmen, von deren Eltern sowie vom Schüler selbst, wenn er das 14. Lebensjahr bereits vollendet hat, ein schriftliches Einverständnis vorliegt. Die Teilnahme an der Erhebung ist freiwillig. Die Einwilligung zur Teilnahme kann jederzeit und ohne Angabe von Gründen durch den Schüler u./o. die Eltern widerrufen werden.

Studie MUKIS:
Im Rahmen der Studie soll die Wirksamkeit einer einstündigen Kopfschmerzberatung überprüft werden. Hierfür werden die Schüler vor und sechs bis acht Monate nach der Kopfschmerzberatung schriftlich befragt. Nach dem Zufallsprinzip wird der Zeitpunkt der Kopfschmerzberatung festgelegt. Eine Gruppe von Studienteilnehmern erhält diese sofort im Anschluss an die Erstbefragung, die andere Gruppe erst nach der Zweitbefragung.

Die ersten Befragungen werden ab Oktober 2011 an staatlichen und städtischen öffentlichen Münchner Gymnasien erfolgen. Mit ersten Resultaten hierzu ist im ersten Quartal 2012 zu rechnen (siehe unter News). Die zweite Befragung wird am Ende des Schuljahres 2011/12 stattfinden. Es ist geplant, dass im Jahr 2013 eine Aussage zur Wirksamkeit der Kopfschmerzberatung und wissenschaftliche Veröffentlichungen zur Gesamtstudie zur Verfügung stehen werden. Bei Erfolg der Maßnahme ist eine Ausweitung des Programms bzw. der Zielpopulation über die Stadt München hinaus und auch auf andere Schularten angedacht.